Gemeinsam haben wir während 140 Stunden die Namen von über 69'000 identifizierten palästinensischen und israelischen zivilen Todesopfern verlesen. Mit über 100 Vorleser:innen haben wir Tag und Nacht auf der Bürkli-Terrasse in Zürich ein Zeichen für Menschlichkeit gesetzt.
Menschen sind keine Zahlen. Wir verlasen die Namen von über 69'000 identifizierten palästinensischen Toten, darunter zehntausende Kinder unter zwölf Jahren. Ebenso verlasen wir die Namen der zivilen israelischen Toten.
Ein Genozid wird nicht nur durch extreme Gewalt verübt. Auch das kollektive Schweigen ist eine Voraussetzung dafür. Wir lasen dagegen an.
Im Zentrum dieser Initiative standen Menschen — nicht Staaten und ihre Symbole. Deshalb haben wir bewusst auf Nationalflaggen und politische Symbole verzichtet.
Wir sind zutiefst erschüttert über die schweren Kriegsverbrechen in Gaza und das Schweigen der offiziellen Schweiz. Als Zivilgesellschaft tragen wir Verantwortung, Zeugnis abzulegen — auch wenn niemand zuhört, auch wenn es unbequem ist.
Bezeugt Gaza ist keine politische Bewegung. Es ist ein Akt der Menschlichkeit — die Weigerung, Namen zu Zahlen werden zu lassen. Und ein Zeichen: Wir sehen euch. Wir nennen euch beim Namen.
«Tag für Tag sind wir ohnmächtige Zeug:innen eines Genozids. Davon, wie die palästinensische Bevölkerung systematisch entrechtet, isoliert, entmenschlicht und getötet wird. Trotz der formalen Waffenruhe gehen Gewalt, Unrecht und Unterdrückung weiter.»
— Bezeugt Gaza, Zürich 2025
Bürkli-Terrasse, Zürich · 18.–25. November 2025



Bezeugt Gaza ist als Format offen für Kooperationen — mit anderen Organisationen, anderen Städten, anderen künstlerischen oder zivilgesellschaftlichen Formen des Bezeugens. Das Format wurde in den Niederlanden entwickelt und lässt sich übertragen.
Bürklistrasse · 8002 Zürich